Citroen C4
Mit dem Dreiklang aus hervorragender Produktqualität, Hightech und Emotionalität ist Citroën wieder im Vormarsch. Bestes Beispiel ist das neue Kompaktklasse-Modell C4. Die extravaganten Designkapriolen der vergangenen Jahre, mit denen sich der eine oder andere Individualist anfreunden konnte, fallen eigentlich fast weg – bis auf ein paar akustische Merkwürdigkeiten: Wer beim neuen C4 den Blinker setzt, hört Vogelzwitschern oder Bongotrommeln oder klassisches Relaisklacken. Ein trickreiches Detail zum Selbstbestimmen der Signaltöne, wenn man sich durch die Soundmenüs klickt. Die Signaltöne des Gurtenwarners können ebenso variabel eingestellt werden. Schnell greift man zum Gurt und schnallt sich an, denn so ein nervig- grooviges Schnalzen oder sphärisches Trällern ist nur kurze Momente zu ertragen. Da muss irgendwo hinter dem Armaturenbrett ein Mini-Synthesizer sein, auf dem sich übermütige Programmierer austoben durften.Extravaganzen nur als Nebeneffekt
Zudem kann mittels Knopfdruck eine Lichtorgel betätigt werden, welche die Armaturen- und Bildschirmbeleuchtung in blauen, grünen und ähnlichen Farbtönen variieren lässt. Das sind Spielereien, die vielleicht gar nicht so neu sind. Bei einem Vorgängermodell der Kompaktbaureihe C4 war ein Parfümspender eingebaut. Hat sich bei den Kunden nicht so durchgesetzt. Die Licht- und Soundeffekte beim neuen C4 sind aber auch nicht das, was das Fahrzeug interessant macht. Extravaganzen haben bei Citroën Tradition, bleiben aber meist nur Nebeneffekte. Kalkül? Sicher. Aber auf den Durchschnittsbürger wird abgezielt, nicht auf den Ausgeflippten. Neue Biederkeit ist angesagt, aber auch der trotzige Individualist wird sich in der Eigenwilligkeit der Details dennoch wohlfühlen. Der Wagen soll gefallen, aber nicht auffallen. Dementsprechend auch der Preis. Bei einem Massenfahrzeug muss die Preisschraube nach unten gedreht werden. Der 95 PS Benziner ist schon ab 17.990 Euro zu haben. Nicht viel für ein echt solides Fahrzeug, das noch dazu sehr nobel wirkt, vor allem die hochwertige Innenausstattung.
Wirklich überzeugendes Interieur-Finish. Schön stilvoll gestaltet und nicht mit Glamour überzeichnet. Die Instrumente wirken aufgeräumt und edel zugleich. Die Knöpferlflut hält sich in Grenzen. Deren Bedienung geht von Anfang an leicht von der Hand.
Hightech wie in der Oberklasse
Hightech-Features, die man eher aus der Oberklasse kennt, verwöhnen den Fahrer mit allen Raffinessen. Die Franzosen lassen sich nicht lumpen, präsentieren uns einen Kompaktwagen mit Oberklasse-Flair. Einen, den man als Business-Wagen gelten lassen könnte.
Der neue C4 ist in den Ausstattungen „Attraction“, „Seduction“ und „Exclusive“ erhältlich. Bereits die „Attraction“-Basisversion ist umfangreich ausgestattet – unter anderem mit ESP, Front-, Seiten- und Kopfairbags, einem CD-Radio mit AUX-Eingang, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, Tempomat, einem höhenverstellbaren Fahrersitz und Berganfahrhilfe. Zu den Optionen zählen Systeme zur Überwachung des toten Winkels, Spurwechselwarner, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, ein programmierbarer Tempomat, elektrisch verstellbare Sitze mit Massagefunktion, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht und eine 230-Volt-Steckdose. Der C4 hat eine elektronische Feststellbremse, alternativ zur Handschaltung gibt es ein automatisiertes Schaltgetriebe. Optional ist auch ein großes Panorama-Glasdach.
Neu an Bord ist der Dienst „eTouch“. Mit einer ins Auto integrierten SIM-Karte kann der Fahrer bei Notfällen oder Problemen Kontakt mit einer Zentrale aufnehmen, und der Wagen wird per GPS automatisch geortet.
Bei allen Citroëns, die ich bis jetzt getestet habe, hat sich das Lenkrad um eine feststehende Nabe gedreht. Beim neuen C4 ist man davon abgekommen. Vielleicht auch eine Anpassung an den konventionellen Lenker? Oder hängt das mit dem Fahrzeuggewicht zusammen? Weiß nicht. Ausreichend ist das Platzangebot. Weil etwas länger als der Vorgänger hat man in beiden Sitzreihen ordentlich Kniefreiheit und vor allem den größten Kofferraum seiner Klasse. Das Eigengewicht bleibt aber gegenüber dem Vorgänger unverändert.
Beim Aussteigen ertönt plötzlich ein merkwürdiges Synthesizer-Geräusch, wenn man die elektronische Parkbremse zu betätigen vergessen hat. Mein kurzes Fazit ganz im Sinne des Citroën-Erfolgsrezepts: Hauptsache anders! Nur diesmal eben mit weniger Extravaganz und mehr handelsüblichen Lösungen.
Robert Voglhuber, Mostviertel-Magazin
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